Wanderfreunde Treisbach  wandern von  Lübeck nach Hamburg.

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Pfingsten 2002 haben 10 Wanderfreunde aus Treisbach am Zweitagesmarathon des TSV Lütjensee, Abt. Wandern von der Hansestadt Lübeck nach Hamburg teilgenommen.

Am Samstag und Sonntag ging es auf Schusters Rappen jeweils 42,195 km von Lübeck nach Lütjensee und am nächsten Tagen nach  Hamburg.  Im Gegensatz zu unseren Mittelgebirgen, die bis zu 674 Meter hoch sind, konnte bei dieser Zweitageswanderung in Schleswig Holstein lediglich eine Meereshöhe von 20 bis 50 Metern erreicht werden.

Bereits am Donnerstag, den 16. Mai 2002 fuhren 20 Wanderer mit Bus und PKW nach Schleswig-Holstein, bzw. nach Schmilau in den Schmilauer Hof.  Schmilau liegt ca. 5 km vor Ratzeburg.

Am Donnerstag Nachmittag wurde eine 18 km lange Draisinentour auf einer stillgelegten Eisenbahnstrecke von Schmilau nach Hollenbek und zurück durchgeführt. Je 10 Personen konnten mit einer Draisine fahren und der Ergeiz beider Draisinenbesatzungen als erste am Ziel anzukommen war recht groß. Zwei Mitfahrer bzw. Wanderer wurden mit einer orangenen Bahnweste und mit einer Fahne ausgestattet. Sie hatten die Aufgabe, die jeweils drei Bahnübergänge auf der Hin- und Rückfahrt abzusichern. Bei den ersten Übergängen wurde dies noch recht ordentlich gemacht, zum Schluß verwechselte Heinrch W.  die Angelegenheit allerdings mit einer Bahnschranke und er legte sich mit seiner orangenen Bahnweste  quer auf die Bundesstraße um die Autos aufzuhalten.

Am Freitag, den 17. Mai wurde eine Wanderung von Schmilau, Forchauer Mühle, Ratzeburg, Pogeez, Groß-Sarau bis Rothenhusen durchgeführt. Ab Rothenhusen ging es mit dem Schiff durch die Wakenitz (Amazones des Nordens genannt) bis nach Lübeck. In der Altstadt von Lübeck war historischer Markt und einem Wanderer wurde von einer Wahrsagerin für 18 Eure vorausgesagt, dass er im nächsten Jahr heiraten werde und drei Kinder zeugen würde. Allerdings war der Mann schon verheiratet und Kinder hatte er auch schon, aber vielleicht zeugt er ja noch drei Kinder.

Ein Mitwanderer erzählte den anwesenden Hexen „Treisbacher“ und „Engelbacher“ Witze. Unter anderem konnte er am kleinen Finger erkennen wie alt die hundertjährige Hexe war.

Zurück ging es mit dem Bus nach Ratzeburg und zu Fuß über die Forchauer Mühle nach Schmilau.

20 Wanderer, 26 km Wanderstrecke.

Am Samstag, dem 18. Mai 2002 wurde für 10 Wanderer bereits um 6.00 Uhr der Frühstückstisch gedeckt. Um 7 Uhr ging es mit zwei PKW’s nach Lütjensee. Anmeldung zur Marathonwanderung und fahrt mit drei Bussen nach Lübeck

Start war um 9.00 Uhr am  Elbe-Lübeck Kanal. Nachdem ein Startband durchgeschnitten war, konnten die Wanderer starten. Unsere drei Musketiere, Hans, Gerhard und Richard natürlich mit Einsatz der Ellenborgen vorne weg. Nach ca. 1 km wurde der Elbe-Lübeck Kanal in einer scharfen Rechtskurve in den Wald verlassen. Diese Abzweigung war allerdings nur schlecht markiert, so dass einige Dutzend Wanderer und natürlich auch unsere Musketiere geradeaus weiterliefen. Die restlichen Wanderer wunderten sich nicht wenig, als sie nach einem weiteren Kilometer noch einmal  überholt wurden.

Nach drei Raststellen und einigen diversen Tee- bzw. Wasserstellen kamen die ersten Wanderer um 15.00 Uhr am Ziel in Lütjensee an.     Müde und mit diversen Blasen ging es zurück nach Schmilau.

10 Wanderer;  42,195 km Wanderstrecke.

Obwohl die letzten Wanderer erst gegen 1.00 Uhr zum Schlafen gegangen waren, wurde bereits am nächsten Morgen um 6.30 Uhr der Frühstückstisch gedeckt. Allerdings hatten sich von den 10 Wanderern des Vortages nur noch  6 eingefunden, die den zweiten Marathontag bestehen wollten. Einige Blasen und Muskelkater hielten die übrigen 4 vom Marathonwandern ab.

Um 7.00 Uhr war Start in Lütjensee Richtung Hamburg und durch die grünen Vorstädte von Hamburg. Beim Start um 7.00 Uhr trübte Regen die gute Stimmung, aber gegen 8.30 Uhr hörte der Regen auf und es war sehr gutes Wanderwetter. Diesmal ließ unser Hans D. es sich nicht nehmen, eine Spitzenzeit zu wandern. Bereits um 12.50 Uhr, nach 5,50 Stunden hatte Hans D. die 42,195 km bewältigt und war am Ziel in Lütjensee. Auf der Strecke hatte er sich wilde Zweikämpfe mit einer 4-köpfigen sportlichen Familie geliefert, die es wohl nicht gewohnt waren, dass ein Einzelwanderer schneller war als sie. Bis ca. 3-4 km vor dem Ziel wechselte die Führung zwischen dieser Familie und unserem Hans bis dann unser Hans die Familie klar abhängte.

Auch einige Tricks, wie z.B. Abkürzungen, wurden angewandt.

Hans hatte offenbar seine Rechnung (Zeit- bzw. Streckenplanung) ohne den Wirt bzw. seine Gisela gemacht. Diese war wesentlich langsamer auf der Strecke unterwegs und hat dann mittels Handy gegen 13.15 Uhr bei ihm angerufen:

Haaaaaaaans, du  mußt mich unbedingt abholen, ich kann nicht mehr“. 

Gehorsam wie Hans natürlich ist, läuft er noch mal 3-4 km zurück um Gisela dann auf ihrem Triumpfzug ins Ziel zu begleiten. Allerdings hat er vergeblich versucht, Gisela zu einer kleinen Abkürzung zu überreden, da er die Strecke ja jetzt kannte. Gisela hatte wohl die Befürchtung, dass sie dabei erwischt wird, und dann keine Auszeichnung bekommen würde.

Die übrigen 4  Wanderer hatten noch einen Umweg von  ca. 4 km zu laufen, da sie durch einen Anruf von August abgelenkt wurden und sich daduch verliefen. Einige ältere Damen, die nach dem Weg gefragt wurden, verstanden wohl nur Bahnhof und wollten unsere 4 Wanderer in ein tolles Wandergebiet jenseits von Hamburg dirigieren oder auch zu einem Kaffeekränzchen einladen. Was die Ehefrauen wohl dazu gesagt hätten ?

Aber auch diese 4 kamen dann nicht als letzte gegen 15.30 Uhr am Ziel in Lütjensee an.

An alle Teilnehmer wurden dann tolle Urkunden und eine Stoffauszeichnung zum Aufnähen verteilt.

Text:

2002  -   84 km     Lübeck   -   Hamburg,    Int.,   2  Tage  -   Wanderung

mit den Wappen von Lübeck und Hamburg und dem Holstentor von Lübeck    

6 Wanderer, ~ 46 km Wanderstrecke.

Bei den insgesamt ca. 160 Wanderern des Doppelmarathons gab es tolle und interessante Typen, vom Dr. bis zum Landstreicher waren alle Personengruppen vertreten, viele kannten sich, da wohl immer die gleichen Gesichter auf diesen Veranstaltungen zu sehen sind.

Einige waren mit Wohnwagen und Wohnmobilen, in Preisgruppen der Wohnmobile von  Euro 3.000 bis Euro 120.000 angereist

Andere waren mit Bus oder Eisenbahn angereist, ca. 60-70 Wanderer schliefen im Massenlager in der Schulturnhalle.

Einige Typen:

„Der Bundeswehr-Fan“:

Ca. 35 Jahre alt, nur Bundeswehrklamotten an, ca. 15 Aufkleber von ähnlichen Veranstaltungen auf dem Rücken seiner Jacke , war von Hamburg mit dem Zug gekommen.

War zwar nicht erster, lief aber am Schluß des zweiten Tages noch so locker wie am ersten Tag über das Ziel.

Sucht sich jede Monat eine Wochenendveranstaltung auf der er mind. 100 km an 3 Tagen laufen kann, aus.

Hatte schon  14 mal Nymwegen gelaufen. Freute sich riesig, dass er in diesem Jahr Nymwegen wieder als Bundeswehrangehöriger laufen durfte. Auf unseren Einwand, dass er dann wohl in Uniform laufen müsse, kam die erstaunte Antwort:  Laufen müssen ??!!,  Ich darf in Bundeswehruniform laufen.

Auf die Frage:  Wie war die Nacht ?, kam die Antwort:

Viel zu viel Bier !!!  

 Die drei Münchner:

Ein seltsames Paar, ca 35 Jahre alt, er bärtig und ein ca. 45 Jahre alter kleiner gebückter bärtiger Münchner, alle drei mit T-Shirts:  200 km Wandermarathon München 1990.

Urige, typische Münchner, die bereits an der ersten Kontrollstelle nach 3 km Bier tranken, dadurch aber im Laufe der 42,195 km mehr und mehr  abfielen, aber beide Tage schafften.

Der Daimler-Chrysler Ingenieur aus Stuttgart.

War zusammen mit seinem Freund angereist (Beide wanderten für einen IVV Verein aus Craislheim; weil die gemütlicher sind !!)

Der Freund war schneller als er, mußte aber auf ihn warten, da er das Auto fuhr.

Hermann B. war ganz schnell in ein Fachgespräch über Daimler LKW’s mit ihm vertieft, so dass die anderen kein Wort mehr verstanden und der Daiml. Ing. nun auch die Stärken von Aldi Nord kennt.

Der Penner aus Bayern

Ein kleiner bärtiger, ca. 40 jähriger, drahtiger Mann aus München. Turnschuhe, bereits etwas zerrissen, wohl aus den 50iger Jahren. Sonst sehr einfache Kleidung. Nach ca. 2 km hat ein Treisbacher Mitwanderer ihm auf die Hacksen getreten, trotz Entschuldigung war ein wildes, unverständliches Fluchen die Folge.

Auch auf jeder Raststelle mußten einige Flaschen Bier zum Ausgleich des Wasserhaushaltes herhalten.

Der Versuch am Ziel ein Gespräch anzufangen scheiterte, da der Sprachschatz und die Ausdrucksweise sehr beschränkt waren. Am zweiten Tag kam der „Penner“ ziemlich „lahm“ ins Ziel, fragte sofort nach einem Sanitäter.

Der Vorstand des TSV Lütjensee, der anschließend mit uns gesprochen hat, erzählte uns, dass der „Penner“ mit dem Zug aus München gekommen sein, nur das dabei hätte, was er auf dem Leibe tragen würde. Jetzt wären die einzigen Paar Socken durchgelaufen und die Haut der Füße würde in Fetzen herabhängen.

Er würde fürchterlich stinken.

Am Ziel hatte er irrtümlich eine Urkunde mit einem falschen Namen erhalten. Nachdem er dies bemerkt hatte, holte er sich laut schimpfend die richtige Urkunde.

Nachdem er verarztet war, hat er nach der nächsten Bushaltestelle gefragt, um dann mit Bus und Zug wieder zurück nach München zu reisen.     

Die Frau mit Hund, nackten Füßen und Sandalen ala „Wacker“.

Eine ca. 40 Jahre alte, kleine Frau mit Hund, die beide Marathons barfuß nur in Wandersandalen lief.

Auf unsere Frage wie das gehen kann, antwortet sie:

Das geht sehr gut, wenn ich Steinchen in den Sandalen habe, mache ich etwas Fußgymnastik und die Steine sind weg.

Am zweiten Tag kam sie mit lautem Halleluja Singen ins Ziel.

Der dicke Wanderer der uns begrüßte.

Am ersten Tag am Start der Busse begrüßte uns ein etwa 135 kg schwerer, mit dicker Nickelbrille ausgestatteter Wanderer mit den Worten:

Ihr wollt also die Norddeutsche Tiefebene platttreten !!!!

Wir werden uns bemühen.

Unser erster Eindruck war, dass er das Maskottchen des TSV Lütjensee ist, aber das war falsch, er war als ernsthafter Wanderer am Start.

Am ersten Tag ist er wohl wenig oder gar nicht gewandert.

Am zweiten Tag war er am Ziel zumindest sehr fußlahm.

Er hat behauptet, dass er am ersten Tag 20 und am zweiten Tag 30 km gelaufen wäre.

Der Vorstand war der Meinung, dass man ihn eigentlich gar nicht starten lassen dürfte.

Sämtliche ca. 160 Wanderer, wohl überwiegend oder alle IVV Wanderer, waren spätestens nach 1 Stunde, nachdem sie am Ziel waren, verschwunden. Nur die Treisbacher Wanderer, am ersten Tag 10 und am zweiten Tag alle Mitfahrer, 20 Personen blieben länger am Ziel und haben einige Bitburger getrunken. Um ca. 18.00 Uhr waren die Biervorräte aufgebraucht und wir mußten nach Schmilau fahren.

Die Nichtwanderer haben am Samstag, dem 18. Mai den Schaalensee umwandert und Kaffee und Kuchen genossen.

Am Sonntag, den 19. Mai wurde Mölln mit dem Eulenspiegel und Lauenburg besichtigt. Am Nachmittag wurden die Marathonwanderer in Lütjensee am Ziel empfangen.

Am 20. Mai, am Tag der Heimfahrt, wurde das Schiffshebewerk in Scharnebek besichtigt und August W. hat eine Stadtführung in Lüneburg durchgeführt.

Auf der Heimfahrt wurde eine letzte Rast  im Landgasthof  Steller in Gilserberg eingelegt und um ca. 20.00 Uhr  waren alle wieder gesund zu Hause.

 

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viele weiter tolle Bilder dieser Doppelmarathon-Wanderung haben wir in einem Album zusammengestellt.

        Bitte klicken Sie hier.

 

 

 

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